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Baumaterial Holz bietet sich an

Durch Aufstockung entsteht energieeffizienter Wohnraum

13.01.2010, 08:29

Aufstockung im österreichischen Etsdorf.
Das Baumaterial Holz bietet viele Vorteile. Bild: Dachmeister.at

Eine Aufstockung schafft nicht nur zusätzlichen Wohnraum, sie löst auch so manches Energieproblem, das beispielsweise durch eine fehlende Dämmung der obersten Geschossdecke verursacht wird. Material der Wahl für Aufstockungen ist oft Holz - sehr zur Freude des Branchenverbands Holzbau Deutschland – Bund Deutscher Zimmermeister im Zentralverband des Deutschen Baugewerbes. "Wir schauen durchaus positiv in die Zukunft", berichtet Sprecher Rolando Laube.

Auf der Messe Dach + Holz International, die vom 24. bis 27. Februar in Köln ihre Tore öffnet, macht der Verband der Zimmermeister "Holzbau im verdichteten Raum" zum Schwerpunktthema des Deutschen Holzbautages 2010. Schließlich ist Baugrund Mangelware, vor allem in attraktiven innerstädtischen Lagen. Einer der Referenten ist der Münsteraner Architekt Hans-Joachim Seinecke vom Büro Archplan. Er wird in Köln über die Aufstockung einer 50er-Jahre-Siedlung mit Holztafelelementen berichten.

"Die Siedlung an der Amsterdamer Straße in Köln wurde 1952 gebaut und seither kaum verändert. Ein großer Teil der Wohnungen wurde immer noch mit Holzkohle-Öfen geheizt", beschreibt Seinecke die Ausgangssituation bei dem Projekt. Die Landesentwicklungsgesellschaft (LEG) NRW als Eigentümer habe vor der Wahl gestanden, die Gebäude abzureißen und verdichtet neuzubauen oder aber sie von Grund auf zu sanieren und um ein Geschoss aufzustocken. Gegen den Abriss sprach, dass trotz sehr langer Vorbereitungsphase 85 Prozent der Wohnungen nach wir vor bewohnt waren. Wohnraum in Köln ist knapp, Ersatzwohnungen sind daher nicht so schnell zu finden.

"Die technische Bewertung ergab, dass Mauerwerk und Gründung eine Auflast vertragen, aber nur eine kleine", so Seinecke. Die Notwendigkeit, mit einem leichten Baustoff zu arbeiten sprach für Holz. Das Material hat aber noch weitere Vorteile, betont Laube von Holzbau Deutschland: "Der Vorfertigungsgrad ist sehr hoch, so dass sich die Bauzeit erheblich verkürzt und vergleichsweise wenig Schmutz anfällt."

Holz-Aufstockungen sind üblicherweise in nur einem Tag regendicht. Die vorhandenen Räume können während der Montage weiter genutzt werden. Und sind die Holzkonstruktionen gut gedämmt, verbraucht der zusätzliche Wohnraum nur wenig Energie. "In der Kölner Siedlung haben wir im Altbaubereich den KfW-60-Standard erreicht, bei den Aufstockungen sogar KfW 40", berichtet Seinecke. Die Heizenergie-Nebenkosten seien von 2 Euro auf 50 Cent pro Quadratmeter gesunken.

Problematisch war in Köln der Zustand der obersten Geschossdecke. Diese war nicht tragfähig. Gelöst wurde das Problem, indem eine Dickholzplatte aufgelegt wurde. "Diese haben wir 50 Zentimeter auskragen lassen, so dass zusätzlicher Wohnraum entstand", berichtet Architekt Seinecke. Im gesamten Gebiet entstanden so 1.000 Quadratmeter mehr Geschossfläche.

Während bei Seineckes Kunden oft die Notwendigkeit der Sanierung zur Überlegung führt, aufzustocken, ist es bei Karl Hintermeyer eher der Platzbedarf. "Meistens wird dann im Zuge der Aufstockung auch der bestehende Gebäudeteil energetisch saniert", berichtet der österreichische Zimmerermeister und Geschäftsführer der Dach und Zimmerei Handwerk GmbH. Denn die Aufstockung werde in der Regel im Niedrigenergie- oder Passivhausstandard ausgeführt. 

Dafür, dass künftig mehr Hausbesitzer über eine Aufstockung nachdenken, könnte hierzulande die Energieeinsparverordnung EnEV 2009 sorgen, die am 1. Oktober 2009 in Kraft getreten ist. Denn sie schreibt die Dämmung der obersten Geschossdecken oder des Dachs darüber vor. Bis Ende 2011 haben Hauseigentümer Zeit, diese Anforderung zu erfüllen. Wird zudem zusätzlicher Wohnraum benötigt, liegt es nahe, durch eine Aufstockung zwei Fliegen mit einer Klappe zu schlagen.

Ob es tatsächlich zu mehr Aufstockungen kommt, wird sich zeigen. Seinecke zufolge wird bei Wohnraumerweiterungen meist zuerst an Anbauten gedacht. "Das Dachgeschoss ist nach wie vor für viele etwas Minderwertiges – mit Schrägen und Hitze im Sommer. Viele Menschen haben noch nicht realisiert, dass wir diese Probleme heute längst im Griff haben." sth 

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