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Erste konkrete Ergebnisse zeichnen sich ab

Dialog Zukunft Wärmedämmung stellt Ergebnisse vor

18.06.2015, 08:45

Moderatorin Antje Grobe und Ulf Sieberg im Gespräch
Im Gespräch mit Moderatorin Antje Grobe plädiert Ulf Sieberg vom Nabu dafür, Alternativen zu ölbasierten Dämmstoffen zu finden. © P. Grund-Ludwig

Über ein Jahr hat sich der Farben- und Putzhersteller DAW Zeit genommen für Debatten im so genannten Stakeholder Dialog Zukunft Wärmedämmung. Über 50 Verbände und Einzelpersonen waren an moderierten Diskussionen zu Fragen wie Brandschutz, Lebenszyklus von Dämmstoffen oder Sanierung und Baukultur beteiligt und haben ihre Positionen ausgetauscht.

Einiges ist durch den Dialog schon ganz konkret in Gang gekommen Ein Ergebnis nannte Ulf Sieberg vom Naturschutzbund Nabu. Er plädierte dafür, Alternativen zu ölbasierten Dämmstoffen zu finden, aber man müsse auch erkennen, dass die Potentiale der erneuerbaren Dämmstoffe begrenzt sind. Deswegen will er sich in einem Projekt mit dem Robert-Murjahn-Institut und dem FIW mit der Frage der Kaskadennutzung auseinandersetzen.

Kaskadennutzung bedeutet, dass erforscht werde, was mit Dämmstoffen dann passiert, wenn sie entsorgt werden müssen. Dazu gehören gute Möglichkeiten der Trennung, das könnte aber auch eine stoffliche Weiterverwertung sein. Es gibt eine erste Projektskizze. Die neue Runde der Anträge bei der Forschungsinitiative Zukunft Bau, die bis September Anträge zulässt soll genutzt werden, um ein Projekt anzumelden.

Man müsse bei der Betrachtung der Debatte um Dämmstoffe ökologische, ökonomische und soziale Aspekte betrachten, betonte Sieberg. EPS ist billiger als viele Produkte aus nachwachsenden Rohstoffen. "Ich habe natürlich das Interesse, dass langfristig auch ein ressourceneffizienter Dämmstoff kostengünstiger angeboten werden kann, aber so lange das nicht so ist, muss ich mich auch der sozialen Frage stellen", argumentierte er.

Ein weiteres Ergebnis des Stakeholder Dialogs nannte Frederik Stahl von der Branddirektion Frankfurt/Main. Zu seinen Aufgaben gehört es, sich einen Überblick über Brände zu verschaffen, bei denen die Fassaden betroffen waren. Dazu sammelt er Zahlen von anderen Feuerwehrbezirken bundesweit. Die seien noch nicht vollständig, aber Brandereignisse unter Beteiligung der Fassade träten häufig auf, sagte Stahl. Es haben nun Änderungen durch das DIBt bei der Ausgestaltung von Brandriegeln gegeben, die auch auf die Debatten im Stakeholder Dialog zurückzuführen seien. Und die Diskussion habe das Problembewusstsein dafür geschärft, dass man bei gedämmten Fassaden mit EPS möglicherweise brandauslösende Dinge wie Müllcontainer, die angezündet werden können oder Schuppen weg von der Fassade rückt. Seine Forderung: es müsse nun aber auch Lösungen für Bestandsfassaden geben, da gehe es auch um viel Geld, aber auch um Sicherheit.

Professor Matthias Lengfeld von der TU Darmstadt berichtete von Sanierungsprojekten auf der Darmstädter Bauhaus-geprägten Mathildenhöhe, bei denen es darum ging, Oberflächen zu entwickeln, die optisch anspruchsvoll waren. "Nur mit dem Handwerker zusammen und einem Bauherren, der das mitträgt, kann hohe Qualität entstehen", betonte er und verwahrte sich dagegen, die eine oder andere Bauweise generell zu verteufeln. "Ich vertrete die Meinung, dass Verbundsysteme und monolithische Bauweisen nebeneinander bestehen müssen", betonte Lengfeld.

Die Sensibilität für den Bestand sei dabei essentiell. Das Dilemma bei Dämmung sei, dass da vieles ohne richtige Qualifizierung gemacht wurde. An die Wohnungswirtschaft appellierte er: "Versuchen Sie nicht, die Handwerker unter Preisdruck zu setzen sondern setzen Sie auf Qualität." von Pia Grund-Ludwig

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