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Fachmesse Bau 2011 zeigt preisgekrönte Produkte

Design wird bei Bauprodukten wichtiger

06.01.2011, 10:32

Dachziegel
Auch Dachziegel können Design-Preise gewinnen. Bild: Braas

Nicht nur die Funktion, auch der komplette Design-Ansatz wird bei Produkten, die im Neubau und der Sanierung von Häusern eingesetzt werden wichtiger. Das zeigt eine zunehmende Zahl von Produkten aus dem Umfeld Bau und Haustechnik, die sich um Preise wie den IF Desgin Award oder den Red Dot Award bemühen. Beispiele dafür werden ab dem 17. Januar auch an einigen Ständen der Fachmesse Bau 2011 in München zu sehen sein.

Jüngstes Beispiel für die gewachsene Relevanz von Design-Konzepten sind die Design-Awards 2010 und 2011. Den Red Dot Award 2010 hatten 250 Produkte in der Kategorie Architektur und Inneneinrichtung bekommen. Vier haben die Auszeichnung "Best of the Best" erhalten, 98 den Red Dot Award. Beim iF Product Design Award wurden im Wettbewerb 2010 in der Kategorie Building 22 Produkte mit einem Award ausgezeichnet, im Ranking für 2011 sind es knapp 60. Drei sind sogar für die Bestenliste des Gold Award nominiert, die im März 2011 bekannt gegeben wird.

Dabei ist Design sehr viel mehr als Aussehen: "Wir beurteilen bei der Jurierung unter anderem den Gebrauchsnutzen oder die Innovation eines Produkts. Ein Kriterium ist auch, ob das Design das ausdrückt, was ein Gerät an technischem Mehrwert zu bieten hat, und ob die Gestaltung die selbsterklärende Bedienung unterstützt. Diese Merkmale sind für die Hersteller wichtig, da im Wettbewerb Qualität und Haltbarkeit für den Käufer häufig kein Unterscheidungsmerkmal mehr sind", erläutert Martin Topel. Er ist Juror beim iF Award, Professor am Fachbereich Design der Bergischen Universität Wuppertal, Gründer und Geschäftsführer von Squareone und hat selbst zahlreiche Design-Awards erhalten.

Das Spektrum der Produkte, die es auf die Bestenliste des iF Awards geschafft haben, ist umfangreich und reicht von Pellet-Heizöfen, Brennwert-Heizungen, Systemen zur Zutrittskontrolle über Betonwerksteine, Dachziegel, Vakuumröhren-Kollektoren, Wechselrichter für Solarstromanlagen bis zu Bedienelementen für die Zutrittskontrolle. Einige wie der Granat 13V von Monier Braas, Viessmanns Wasser-Wasser-Wärmepumpe aus der Vitocal-Serie oder das Fingerprint-System Biokey Gate New Line sind auf der Bau 2011 zu sehen. Einige mehr aus dem Bereich Heizung und Klima werden auf der im März 2011 stattfindenden ISH gezeigt.

Design-Experte Topel sieht vor allem bei der Haustechnik im Design Fortschritte, aber noch viel Raum für Verbesserungen. In vielen Bereichen der Gebäudetechnik komme es zu Überlagerungen von Interfaces und Schnittstellen, die die Hersteller individuell entwickeln müssen und die Nutzer oftmals mit ihrer Bedienung überforderten, stellt Topel fest. Ihn stört zudem der Wildwuchs: "Obwohl viele führende Hersteller als Basis ihrer Steuerungen normale PCs verwenden, gibt es kaum branchen- beziehungsweise markenübergreifende Systeme."

Was aus seiner Sicht notwendig wäre, wäre eine Art standardisiertes Haushalts-Ipad mit herstellerspezifischen Apps und einer einheitlichen, leicht verständlichen Gesamtlogik. "Dies würde helfen, den Herstellern Entwicklungskosten zu sparen und den Nutzern die größtmögliche Synergie und den maximalen Bedienkomfort zu bieten", sagt Topel. Apps sind Anwendungen, die auf Apples kleinen Mobilgeräten Iphone, Ipod und Ipad laufen. Hersteller können sie entwickeln und über Apple-Plattformen kostenpflichtig oder kostenlos zum Download anbieten. Bislang wird das in der Hausautomation und Vernetzung aber kaum genutzt.

Apps könnten auch zu einer Vereinfachung und Vereinheitlichung der Bedienoberflächen führen. "Bei den derzeitig angebotenen Steuerungsmöglichkeit zum Beispiel einer Heizung, muss sich der Nutzer den zum Teil kruden Logiken des jeweiligen Herstellers unterwerfen und scheitert oftmals nicht erst an der korrekten Einstellung der Tag/ Nachtabsenkung oder der Steuerkurve seines Außentemperaturfühlers", rügt Topel.

Ausgefeiltere Anwendungen, die den Zugriff etwa auf Informationen aus dem Internet ermöglichen sind denkbar, werden aber kaum realisiert: "Dass ein mit der Heizung verbundener Online-Dienst mit Wetterprognosen es erlauben würde, noch schneller auf kommende Kälteeinbrüche zu reagieren, klingt schon fast wie ein Märchen", sagt Topel.

Eine weitere designtechnische Herausforderung ist die Integration von Heizungstechnik in den Wohnbereich. Topel ist über die vorgestellten Lösungen noch nicht wirklich glücklich: Viele Hersteller, wie die der wandhängenden Thermen, wirken aus seiner Sicht "noch recht fantasiebefreit."

von unserer Redakteurin Pia Grund-Ludwig

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