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Fassadenlösungen, Technik und Materialien erhalten Red Dot Award

Design-Preise für Bauprodukte sind begehrt

20.07.2010, 11:20

Schücos Sonnenschutzsystem CTB
Schüco hat den zweiten Designpreis für sein Sonnenschutzsystem CTB bekommen. Bild: Schüco

Design spielt im Architekturumfeld eine wichtige Rolle. Entsprechend hoch ist die Anzahl der Bauprodukte, die bei Wettbewerben für Industriedesign wie dem Red Dot Award eingereicht werden. Diesen Award lobt das Designzentrum Nordrhein-Westfalen aus. "Rund 250 Produkte gab es in der Kategorie 'Architektur und Interior Design'", berichtet Astrid Ruta, Pressesprecherin am Designzentrum. Vier Produkte haben einen "Best of the best" erreicht, 98 können sich künftig mit dem Red Dot Award schmücken. "Die Qualität der Einreichungen ist auf einem sehr hohen Niveau, was man auch an der hohen Auszeichnungsquote in diesem Segment sieht", sagt Ruta.

Zu den Preisträgern gehören einige Produkte, die sich auch das Thema Energiesparen und Energieeffizienz auf die Fahne geschrieben haben. Schüco ist mit einem Baustein seiner E2-Fassade im Wettbewerb angetreten, dem CTB Sonnenschutz. "Es ist eine Eigenentwicklung von Schüco, bei der wir Funktion, Gestaltung und Fertigung von Beginn des Projektes immer zusammen betrachtet haben. Das Design der Lamelle ist aus den Funktionen Sonnenschutz, Transparenz und aufwickelbar abgeleitet. Für die Entwicklung wurde  in jeder Phase die Umsetzbarkeit bei der Fertigung überprüft und bewertet", erläutert Hans-Walter Bielefeld, Leiter Produktentwicklung Sonnenschutz gegenüber EnBauSa.

Eine ganz wichtige Anforderung für den Sonnenschutz der Schüco- Fassade sei gewesen, dass er voll in die Fassade integriert und im eingefahrenen Zustand nicht sichtbar sei, sagt Bielefeld weiter. "Es sollten keine vorgesetzten Sonnenschutzkästen die Ansicht der Fassade verändern. Im abgefahrenen Zustand sollte der Sonnenschutz für die Fassade eine neue Anmutung zeigen", nennt er die Anforderung. Dabei stand die Anforderung maximaler Sonnenschutz bei maximaler Transparenz zunächst in einem Widerspruch, den es zu auflösen galt.

"Aus einer Vielzahl von Mustern haben sich dann die besonders geformten Aluminiumlamellen als optimal gezeigt", sagt Bielefeld. Außen sind die Lamellen konvex, um die Abschattung zu verbessern, innen konkav, um die Lichtverhältnisse zu optimieren. Diese Lamellenform lässt nur zwei Prozent des Sonnenlichtes in den Raum hinein und bietet mit bis zu 35 Prozent Durchsicht ein hohes Maß an Transparenz. Wichtig war der Jury diese Kombination von Sonnenschutz und Transparenz sowie die Windstabilität  bis zu Windstärke 11. Das Produkt hat in diesem Jahr zum zweiten Mal bei Design-Wettbewerben gewonnen, es wurde auch mit dem if product design award 2010 ausgezeichnet.

Doch nicht nur Fassaden, die die Optik des Hauses bestimmen, auch kleine, aber für die Haustechnik wichtige Geräte treten beim Design-Preis an. So hat Wilo seine dezentrale Heizungspumpe Geniax eingereicht. "Wir haben für Wilo eine Designsprache entwickelt, die quasi eine Art DNA für die gesamte Produktpalette bildet", beschreibt der Berliner Industriedesginer Professor Kurt Mehnert die Anforderung im Gespräch mit EnBauSa. Mit dem Heizungssystem Geniax vollziehe Wilo aber einen Paradigmenwechsel, da diese Produkte im Wohnraum platziert werden und nicht mehr ausschließlich im Serviceraum. "Diese Anforderung macht auch eine neue Designsprache notwendig", erklärt Mehnert.

Auf Basis der technischen Komponenten von Wilo gestaltet und konstruiert sein Büro funktionsfähige Geräte, die in seriennaher Qualität überprüft werden. "Dazu brauchen unsere Designer auch technisches Verständnis, sie müssen den Ingenieuren und Konstrukteuren Rede und Antwort stehen können." Das ist notwendig, denn Technik und Handhabung hängen eng zusammen. "Ingenieur und Designer müssen von der ersten Stunde an die Produktentwicklung vorantreiben, das betrifft, um ein Beispiel zu nennen, auch die Platinengestaltung, damit die Belange der Kommunikation zwischen Benutzer und Gerät weitestgehend selbsterklärend gestaltet werden können. Die Position einer LED kann da ausschlaggebende Wirkung haben", sagt Mehnert.

Das gilt in besonderer Weise dann, wenn technische Geräte in den Wohnraum Einzug halten. Die Geniax-Pumpen arbeiten dezentral, kommen also an jeden einzelnen Heizkörper. "Man kann und sollte das Produkt nicht optisch verschwinden lassen, kann aber unter anderem mit dem Gehäuseaufbau erreichen, dass es sich harmonisch einfügt. Wir haben beim Designkonzept auch berücksichtigt, dass eine Individualisierung möglich ist", beschreibt Mehnert die Herausforderung. Und die Pumpen müssen, um Design-Kriterien zu genügen, nicht einfach nur "schön" aussehen: "Design ist ein komplexes Handlungsfeld und erreicht neben den Handhabungsqualitäten auch formalästhetische Qualitäten, auch wenn die nicht vordergründig augenfällig sind", erläutert Mehnert. Dazu kommen natürlich Punkte wie Langlebigkeit oder das Human Interface, die Bedienoberfläche. "Produkte stehen immer im Kontext unterschiedlicher Quantitäten und Qualitäten. Oftmals ist es von großer Wichtigkeit, visuelle Ruhe zu erzeugen. Aus meiner Sicht geht es bei dieser Komplexität um ein professionelles, dienliches Zurücktreten auf höchstem Niveau", nennt Mehnert seinen Ansatz.

Während Schüco und Wilo auch schon den vergangenen Jahren immer wieder Design-Auszeichnungen erhalten haben, ist die Auszeichnungen für zwei Dachziegel für Monier eine Premiere, sagt Rudolf Rauss, Vorsitzender der Geschäftsführung der Monier Braas gegenüber EnBauSa. Ausgezeichnet wurden die Ziegel Rubin 13V und Tegalit. Für den Tegalit wurde die optimierte Schnittkante entwickelt. "Die Mikromörtelschicht, die Poren glättet und dafür sorgt, dass sich Schmutz nicht auf dem Dach-Stein festsetzen kann, wird nicht nur auf die Oberfläche des Dach-Steins aufgetragen, sondern auch auf die vordere Schnittkante. Damit ist der Tegalit rundum vor Verschmutzung geschützt", sagt Rauss. Der Ziegel verbinde Design und Funktionalität. Der Rubin 13V verfüge über ein großes Verschiebespiel von 30 Millimetern, damit lasse sich das Dach leicht einteilen. Mit dem Tegalit spreche man designorientierte Bauherren an, so Rauss weiter.

Eine ganze Reihe spannender Ideen, die von den Essener Juroren gewürdigt wurden, dreht sich um das Thema Glas und Fenster. Prämiert wurde beispielsweise Bio Glass. Es besteht zu 100 Prozent aus Recyclingglas, das von Wein-, Bier- und Wasserflaschen stammt und ist zu 100 Prozent wiederverwertbar. Es wird aus blätterartigen Glasstücken hergestellt, die durch Wärme miteinander verschmolzen werden. Diese Schichten aus gepressten Glasstücken erzeugen ein lichtdurchlässiges Muster. Das Material kann zu Bodenbelägen, Arbeitsplatten, Raumteilern, Fassaden oder anderen Oberflächen verarbeitet werden.

Bei den Fenstern gab es eine Reihe von Auszeichnungen für Produkte, bei denen die Rahmen optisch verschwinden oder minimiert sind. LG Hausys aus Korea wurde für ein Clear View Window mit einer besonders klaren Oberflächenbeschichtung prämiert. Einen Preis hat auch das Fenster Live mit einer schiebenden und einer hebenden Öffnung erhalten, das eine durchgehende Verglasung auch bei Fenstern ermöglicht, die aus zwei oder drei Flügeln bestehen und die deshalb in der Regel durch vertikale Kupplungsprofile unterbrochen werden müssen. Die Breite der Verkuppelung der Flügel bleibe bei diesem Konzept mit 17 Millimetern innen und außen weitgehend unsichtbar, so der Hersteller. Der Fensterbauer W. Hofer Schreinerei  aus der Schweiz hat für das rahmenlose Fenster WiVinci den Red Dot Award bekommen. Fensterflügel und Rahmen sind auf einer Ebene und dadurch einfacher zu reinigen. Kovinoplastika aus Slowenien hat die Auszeichnujng für einen Universalfensterrahmen erhalten, der sowohl in einen PVC- als auch in Holz- oder Aluminiumrahmen eingebaut werden kann.

Keratür nimmt für sich in Anspruch, mit seinem DoorFace nicht nur eine integrative Einbindung von Hauseingängen in die Gebäudearchitektur zu erreichen, sondern auch die Wärmedämm- und Dichtigkeitseigenschaften eines Passivhauses zu erfüllen (UD ab 0,45 W/m2K). Vorgesetzte Fassadenelemente verdecken die klassische Blendrahmenkonstruktion der Haustür. Dadurch wird der Hauseingang zum Bestandteil der Fassade. In diesem thermisch getrennten System können nahezu alle Werkstoffe zum Einsatz kommen, so das Unternehmen. pgl

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