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Alle ersten Preisträger setzen auch auf Solarthermie

Dena kürt schönste Effizienzhäuser 2010

05.01.2011, 12:30

Siedlung im Passivhaus-Standard
Energieeffizienz zeichnet die Häuser aus dem Dena-Wettbewerb aus. Bild: Dena

Die schönsten Effizienzhäuser hat die Deutsche Energie-Agentur gesucht. 240 Häuser wurden eingereicht, eine Jury hat für den Norden, Süden, Osten und Westen der Republik jeweils 10 ausgesucht. Abgestimmt wurde im Web, nun stehen die Sieger/innen aus vier Regionen fest.

"Wir wollten zeigen, wie Effizienzhäuser gebaut werden und was den Menschen in den verschiedenen Regionen gefällt", begründet Axel Scheelhaase von der Dena die Entscheidung, in diesem Jahr die Auswahl der Netzgemeinde und nicht einem Expertengremium zu überlassen.

Erste Preise haben zwei Neubauten und zwei sanierte Gebäude erhalten, Mehrfamilienhäuser kamen häufiger zum Zuge als Einfamiliengebäude. Ein kleines Mehrfamilienhaus aus Ahlen überzeugte beispielsweise durch ungewöhnliche Architektur in Verbindung mit einer Holzpellet-Heizung und einer Solarthermieanlage. Der Preisträger der Region Süd verwandelte ein denkmalgeschütztes Haus von 1753 mit Solarthermieanlage und guter Dämmung in ein Effizienzhaus. Die Baugemeinschaft aus Hamburg legte beim neu errichteten Mehrfamilienhaus besonderen Wert auf Umwelt- und Klimaschutz, während der Berliner Altbau aus dem Jahr 1888 mit der Wahrung des Gründerzeitcharmes bei gleichzeitigem Einsatz energieeffizienter Gebäude- und Anlagentechnik punkten konnte.

Der erste Preisträger im Osten ist ein großes Berliner Mehrfamilienhaus mit Stuckfassade und Teil eines denkmalgeschützten Ensembles aus der Gründerzeit. Deshalb fiel die Entscheidung, an den Vorderfronten Innendämmung aus Zellulose zu verwenden und nur die nicht stuckverzierten Innenhöfe mit herkömmlichem Vollwärmeschutz zu versehen. Darauf konnten sich auch die Denkmalschützer einlassen, vor allem deshalb, weil wieder ein Glattputz aufgebracht wurde. Die neuen Fenster unterscheiden sich optisch kaum von den historischen vierflügeligen Vorbildern, haben aber eine Dreischeiben-Wärmeschutzverglasung.

Eine der Besonderheiten des Berliner Baus: "Die Mieter bezahlen keine Heizkosten mehr", sagt Architekt und Eigentümer Holger Hensel. Er nimmt Geld mit Solarstrom ein und bezahlt damit den Strom für die Wärmepumpe. "Das geht mit den Heizkosten von zirka 1.400 Euro pro Jahr ziemlich genau auf", berichtet Hensel. Das setzt energiebewusste Mieter/innen voraus. Zur Sicherheit wurden Wärmemengenzähler eingebaut. Wer mehr als 25 Prozent mehr verbraucht als der Durchschnitt wird für diesen Mehrverbrauch zur Kasse gebeten. Das ist aber bislang Theorie und habe noch niemanden betroffen, betont der Architekt.

Nicht komplett heizkostenfrei sind die Eigentümer des in Hamburg prämierten Hauses, sie haben sich aber von der Erfassung der Verbräuche befreien lassen und rechnen nach Quadratmetern ab. "Wärmemengenzähler wären mit zirka 300 bis 400 Euro relativ teuer gewesen, bei unseren Heizkosten hätte sich das nicht gelohnt", ist Miteigentümer Christian Deilke sicher. Agnes Weber, Eigentümerin des für den Westen Deutschlands prämierten Hauses hatte bei der Fertigstellung ihres Hauses noch nicht die Möglichkeit, auch bei vermieteten Wohnungen auf die Wärmemengenzählung im Passivhaus zu verzichten. In ihrem Haus liegt der Heizwärmeverbrauch auch bei den vermieteten Wohnungen bei zirka 13,6 Kilowattstunden pro Quadratmeter und Jahr.

Lüftung und Wärmerückgewinnung sind bei allen prämierten Häusern vorhanden, doch haben sich die Planer für sehr unterschiedliche Konzepte entschieden. Agnes Weber etwa hat Einzelraumlüftung. "Zentrale Geräte wären viel teurer gewesen", begründet sie ihre Entscheidung. Mit der Wärmerückgewinnung ist sie zufrieden, ein TÜV-Gutachten hat die auf 91 bis 92 Prozent berechnet. Jochen Hensel setzt ebenso wie die Hamburger Passivhaus-Bauer auf wohnungsgesteuerte Lüftung. "Ich bin mir gar nicht sicher, ob eine Einzelraumlüftung wirklich billiger wäre, wenn man die Betriebskosten wie Strom für die einzelnen Ventilatoren und für den Filterwechsel betrachtet", sagt Christian Deilke.

Zwei der ersten Preisträger nutzen Solarthermie in Kombination mit einer Pellet-Heizung, der Preisträger aus Ellwangen, dem einzigen Einfamilienhaus, kombiniert Solarwärme mit einem Gasbrennwertkessel. Der solare Deckungsgrad ist unterschiedlich und wird meist auch eher geschätzt als gemessen. "Ich gehe davon aus, dass er bei uns zwischen 10 und 15 Prozent liegt", so der Hamburger Deilke. Das ist nicht besonders viel, aber die Hamburger Anlage ist mit 40 Quadratmetern für 80 Personen auch eher klein ausgelegt. "Bei uns liegt der Anteil bei der Warmwasserbereitung bei zirka 60 Prozent, 40 Prozent des Warmwassers und eventueller Nachheizbedarf bei extremer Kälte wird über Pellets gedeckt", berichtet Agnes Weber.

von unserer Redakteurin Pia Grund-Ludwig

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