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Papierschnipsel zu Kohle-Bor-Gemisch verkohlt

Dämmung aus Zellulose wird zu Dünger

10.04.2015, 08:45

Peter Schnitzhofer und Konrad Steiner
Peter Schnitzhofer (links) und Konrad Steiner machen aus Zellulose-Dämmflocken Dünger. © Isocell

Zellulose wird sowohl in der Sanierung als auch im Neubau als nachhaltiger Dämmstoff geschätzt. Ein Lehrer der Landwirtschaftsschule HBLA im österreichischen Ursprung hat zusammen mit einem Schüler ein Verfahren entwickelt, bei dem am Ende des Lebenszyklus durch Verkohlung aus ausgedienter Zellulosedämmung Pflanzendünger entsteht. Das dabei gewonnene Material wurde bereits laut der österreichischen Düngemittelrichtlinien auf Schadstoffe geprüft und unterschreitet sämtliche Grenzwertrichtlinien deutlich. Behördliche Zulassung als Dünger gibt es allerdings noch keine. Aktuell ist die Genehmigung eines Feldversuchs in Salzburg in Vorbereitung.

Konrad Steiner von der HBLA Ursprung hat zusammen mit seinem Schüler Peter Schnitzhofer das Verfahren entwickelt. Steiner erläutert das Prinzip des Düngers, der sich die Tatsache zunutze macht, dass Bor beim Dämmstoff als Brandschutz eingesetzt wird. In der Landwirtschaft sei das ein bewährtes Düngemittel, so Steiner. "Wir verkohlen den nicht mehr benötigten Dämmstoff in einem Pyrolyse-Ofen bei über 500 °C zu einem Kohle-Bor-Gemisch. So entsteht ein mit dem für viele Pflanzen lebensnotwendigen Spurenelement Bor angereicherter Bodenhilfsstoff, den der Landwirt der Gülle beimengt." Ein weiterer positiver Nebeneffekt: Die Kohle bindet unangenehme Gerüche und vermindert damit die Geruchsbelastung beim Ausbringen der Gülle deutlich.

Laut der aktuellen baurechtlichen Vorgaben kann eingeblasene Zellulose bis zu drei Mal abgetragen, wiederaufbereitet und erneut als Dämmstoff verwendet werden. Spätestens dann muss sie aber als Müll entsorgt werden. "Mit dem Projekt 'Kohle-Bor-Dünger' denken wir weit in die Zukunft", so Gabriele Leibetseder, technische Leiterin von Isocell, dem österreichischen Experten für Einblasdämmung, der  Konrad Steiner und Peter Schnitzhofer als Projektpartner unterstützt.

Der "Kohle-Bor-Dünger" aus Isocell-Zellulose wurde bereits in mehreren österreichischen Instituten und Laboren – unter anderem von der Agentur für Ernährungssicherheit AGES – auf Schadstoffe hin analysiert. Das Ergebnis: In allen Bereichen werden die gesetzlichen Grenzwerte um ein Vielfaches unterschritten. Noch gibt es aber keine behördliche Zulassung als Dünger. Im nächsten Schritt soll der "Kohle-Bor-Dünger" in einem Feldversuch in Salzburg getestet werden – die Genehmigung ist bereits in Vorbereitung. Parallel dazu sucht auch das burgenländische Unternehmen Sonnenerde, das die Zellulose verkohlen soll, um eine behördliche Bewilligung zur Verkohlung an. Quelle: Isocell / pgl

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