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Kölner Genossenschaft Mieterschutz bündelt Maßnahmen

Bündeln von Energiesparen und Barrierearmut macht Sinn

01.07.2010, 09:27

Rennbahn Köln, Mieterschutzbund
Barrierearm und energiearm passen gut zusammen. Bild: Danne

Wenn Maßnahmen zur energetischen Sanierung im Gebäudebestand anstehen, macht es häufig Sinn, gleichzeitig möglichst viel an Barrierefreiheit zu erreichen. Das hat die Mieterschutz e.G. Köln mit dem Sanieren der Bestände in der Rennbahnstraße und der Liegnitzstraße realisiert.

"Wir versuchen seit vier Jahren, bei der energetischen Sanierung auch andere Maßnahmen unterzubringen", berichtet Beate Kurth, Prokuristin der Wohnungs- und Baugenossenschaft Mieterschutz e.G. Realisiert wurde nun der Umbau von 120 Wohnungen mit einem Aufwand von insgesamt 8,2 Millionen Euro. Diese Sanierungsmaßnahmen wurden im bewohnten Zustand ausgeführt, mit den daraus resultierenden Belastungen für die Bewohnerinnen und Bewohner. Zugesichert wurde ihnen dafür, dass sie drei Jahre lang keine Mieterhöhung bekommen, wenn sie während der Bauzeit auf Mietminderungen verzichten. "Dann sind Erhöhungen um fünf Prozent geplant, damit bleiben wir unter dem, was rechtlich möglich wäre", sagt Kurth.

Die Kombination der Maßnahmen hat auch dazu geführt, dass das Unternehmen Finanzmittel aus zwei unterschiedlichen Töpfen beantragt hat. Die Maßnahmen zur Barrierefreiheit wurden mit Mitteln der NRW-eigenen Wohnungsbauförderungsanstalt Nordrhein-Westfalen realisiert, die die günstigsten Konditionen geboten hat. "Umgesetzt wurde Barrierefreiheit im Zugang zu den Wohnungen, nicht aber in den Wohnungen selbst", räumt Kurth ein. Dazu kommen Aufzüge, die zumindest bis zu Halbetagen gehen.

Für die energetische Sanierung hat das Kölner Unternehmen Mittel aus dem CO2-Gebäudesanierungsprogramm der Kfw in Anspruch genommen und damit eine Sanierung zum Effizienzhaus 100 nach EnEV 2009 realisiert. "Alles andere wäre in diesen Beständen aus den 30er Jahren bei einer Sanierung im bewohnten Zustand nicht zu erreichen gewesen", sagt Kurth. Die vorhandenen Balkone wurde abgebrochen, um Kältebrücken zu reduzieren, die Fenster ausgetauscht. Geplant sind Einsparungen bei der Heizung um 27 Prozent. Ob das klappt, müssen die nächsten Winter zeigen. Da das Projekt erst Ende 2009 fertig wurde, liegen noch keine Werte für eine komplette Heizperiode vor.

Geheizt wird mit einem Mini-Blockheizkraftwerk. Mit dem dabei erzeugten Strom wird zunächst die Heizung selbst betrieben. Der Rest wird in das Netz der Rheinenergie eingespeist. "Die Erlöse werden den Mietern zurückerstattet", sagt Kurth. Im Gegensatz zu manchen anderen Wohnungsunternehmen, die nicht steuerpflichtig sind, darf die Mieterschutz e.G. das tun. Nicht steuerpflichtigen Unternehmen sind bei den Möglichkeiten, selbst Einnahmen zu erzielen enge Grenzen gesetzt. Das behindert teilweise die Nutzung erneuerbarer Energien aus Fotovoltaik oder auch aus der Kraft-Wärme-Kopplung.

Insgesamt geht es bei der Koppelung von Maßnahmen zur Energieeffizienz und Barrierefreiheit voran. So hat das Bundesbauministerium 20 Pilotprojekte zur altersgerechten Sanierung von Gebäuden und Quartieren gestartet. Seit 1. Mai 2010 gibt es zudem das Förderangebot "Altersgerecht Umbauen" zur Reduzierung von Barrieren im Wohnungsbestand auch mit einer Zuschussvariante. Antragsberechtigt sind private Eigentümer von Ein- und Zweifamilienhäusern beziehungsweise Eigentumswohnungen, Wohneigentümergemeinschaften sowie Mieter.

Gefördert werden unter anderem der Einbau von Aufzügen, die Überbrückung von Treppenstufen, die Verbreiterung von Türen oder die Anpassung von Bädern. Ab einer Investitionssumme von 6.000 Euro gibt es einen Zuschuss von fünf Prozent der förderfähigen Investitionskosten bis zu 2.500 Euro pro Wohneinheit. pgl

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