Luftdichte Hülle ist nicht nur für Neubauten wichtig
Berlin. Nicht nur bei Neubauten, auch bei der wärmetechnischen Sanierung von Bestandsgebäuden durch Dämmung der Wände, Sanierung der Fassade oder Dämmung des Dachs ist es wichtig, eine möglichst luftdichte Gebäudehülle zu erhalten, betonte Torsten Bolender, Geschäftsführer des Fachverbands Luftdichtigkeit im Bauwesen auf der Tagung "Zukunft Haus" der Deutschen Energieagentur.
Ausführende und Bauherren erhalten dafür im kommenden Jahr eine bessere Planungsgrundlage an die Hand: "Mitte 2010 soll die DIN 4108-7 zur Luftdichtigkeit in der neuen Fassung verabschiedet sein", hofft Bolender. Diese Norm regelt genau, was unter einer luftdichten Gebäudehülle zu verstehen ist. Anfang Januar 2009 wurde eine neue Fassung vorgelegt, die derzeit durch die Normierungsgremien geht.
Über Fragen der Luftdichtigkeit gibt es selbst unter Expertinnen und Experten Streit. So ist es beispielsweise wichtig, zwischen Winddichtigkeit und Luftdichtigkeit zu unterscheiden. Winddichtheit beschreibt die Eigenschaft, dass Dach, Fassade und Fenster möglichst wenig von Außenluft duchströmt werden. Luftdichtigkeit setzt sozusagen auf der anderen Seite der Gebäudehülle an und beschreibt, wie viel oder besser wie wenig Luft von innen nach außen dringt. Die Schicht, die die Luftdichtigkeit sichert, wird raumseitig verlegt.
"Diese luftdichte Hülle ist planbar", betont Bolender, auch bei der Sanierung. Zunächst komme es darauf an, einen Plan der Luftdichtheitsebene zu entwickeln und sich darüber klar zu werden, wo diese verlaufen soll. Der nächste Schritt ist es, in der Planungsphase darauf zu achten, dass diese Hülle an möglichst wenigen Stellen durchdrungen wird, etwa für Leitungen oder Anschlüsse.
Dann müssten Details gezeichnet werden. Als Punkte, an denen es dabei Probleme geben kann, nennt der Fachverband Innen-Außenwandanschlüsse bei Holzkonstruktionen, die Anbindung der Dampfbremse an das Mauerwerk oder die Holzkonstruktion, Stöße und Überlappungen der Dampfbremse, Sparren bei Sichtdachstühlen, Fußboden-Wandanschlüsse, den Einbau von Fenster und Fensterbank, Kabelauslässe in der Decke, Deckenstrahler, Kamine und Rollladenkästen sowie alle Durchdringungen von unbeheizten Räumen oder Außenbauteilen zu beheizten Räumen.
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