GIH diskutiert Strategien zur Gebäudesanierung
"1,3 bis 3 Milliarden Euro vermeidbarer Kosten entstehen pro Jahr infolge von Bauschäden", erklärte Thomas Morszeck vom Fraunhofer-Institut für Bauphysik in Stuttgart den Kongressteilnehmern. Sein Fachbereich unterstützt Planer und Handwerker dabei, Bauschäden möglichst bereits in der Planungsphase zu vermeiden. Morszeck wies darauf hin, dass Bauschäden Informationsschäden seien, die die am Bau Beteiligten durch intensive Kommunikation umgehen könnten. Dafür sollten frühzeitig notwenige Fachinformationen in den Planungsprozess mit einbezogen werden. Morszeck warb für seine Datenbank Schadis, in der in 7.500 Dokumenten aus über 500 Veröffentlichungen Schadensfälle und Lösungen zu deren Beseitigung dokumentiert sind. Morszeck betonte auch: ohne die Erfahrung und das Wissen der Planer und Ausführenden geht es trotzdem nicht.
Auf dem Berliner Kongress gab der GIH eine Kooperation mit der Initiative "Sanieren-Profitieren" der Deutschen Bundesstiftung Umwelt bekannt. Die Verhandlungen um eine einheitliche Zertifizierung für Energieberater sind immer noch nicht ausgestanden. Zum aktuellen Stand der Verhandlungen äußerte sich Jürgen Hofmann, erster Vorsitzende des GIH-Bundesverbands zuversichtlich. Gemeinsam mit der Akademie der Ingenieure aus Stuttgart führt der GIH Gespräche mit der Deutschen Energieagentur (Dena), man sehe zum ersten Mal Erfolge, so Hofmann. "Die Dena findet unser Konzept gut", sagte er im Interview mit Enbausa.de. Seit Anfang Mai 2011 ist die Datenbank des Europäischen Netzwerks Qualitätsgeprüfter Energieberater online. Rund 80 Berater haben sich dort im ersten Schritt registrieren lassen. Hofmanns Vision: alle sollen sich anschließen - damit das Gerangel um die Qualifizierung ein Ende hat. Es stehe zwar jeder Energieberater für sich, doch solle man als Team für das gemeinsame Ziel agieren. In einer Woche wird der GIH wieder mit der Dena am Tisch sitzen. Dann wird sich zeigen, ob ein Schuh daraus wird. von Anja Riedel
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